|
Die Klosterkammer Hannover fördert in weiten Teilen Niedersachsens jährlich rund 200 Projekte in den Bereichen "Kirche", "Bildung" und "Milde Zwecke".
Die Stiftungszwecke wurden schon 1818 im Gründungspatent der Hannoverschen Klosterkammer verbindlich festgelegt, jedoch mit der Maßgabe diese "auf eine den Erfordernissen der Zeit angemessene Art" zu erfüllen.
Für die Klosterkammer Hannover bedeutet das, die Schwerpunkte regelmäßig auf ihre Aktualität zu hinterfragen und gegebenenfalls anzupassen ohne dabei die grundsätzliche Ausrichtung zu verändern. So wurden die geltenden Förderrichtlinien (PDF | 72 kB) des Allgemeinen Hannoverschen Klosterfonds von einer Kommission aus Vertretern der beiden großen Kirchen und der Klosterkammer unter Vorsitz des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur verabschiedet.
Wenn Sie unsicher sind, ob Ihr Projekt mit den Förderzwecken der Klosterkammer Hannover übereinstimmt, stehen wir als Ansprechpartner gerne für Sie zur Verfügung.
Wie sieht die Förderung in den einzelnen Förderbereichen praktisch aus?
Förderzweck "Kirche"
Die von der Klosterkammer Hannover verwalteten Stiftungen sind keine kirchlichen Stiftungen. Und doch unterstützt die Klosterkammer die evangelische und die katholische Kirche, ihre Kirchenkreise und Dekanate, Kirchengemeinden, Verbände und Einrichtungen in ihrem Dienst.
Die Bandbreite der unterstützten Projekte ist groß. Sie reicht von Kirchen- und Orgelsanierungen über Bauprojekte in den Kirchengemeinden und der Mitfinanzierung zahlreicher Musik- und Kulturveranstaltungen mit pädagogischem Hintergrund bis hin zur Förderung von zukunftsweisenden kirchenpädagogischen Vorhaben. Dazu gehört auch das derzeit in der evangelischen Landeskirche noch laufende Großprojekt "Leben! Und wie!", das sich mit der Lebenssituation von Jugendlichen auseinandersetzt.
Förderzweck "Bildung"
Die von der Klosterkammer Hannover verwalteten Stiftungen sind keine Bildungsstiftungen. Und doch erhalten zahlreiche Schulen und andere Bildungsträger in Niedersachsen erhebliche Mittel für ihre Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, wobei vor allem solche Projekte gefördert werden, die einen sozialintegrativen Charakter haben.
Insbesondere in diesem Aufgabenbereich überschneiden und ergänzen sich die drei Förderbereiche "Kirche", "Bildung" und "Milde Zwecke" in sinnvoller Weise: Projekte zur Sucht- und Gewaltprävention an Schulen, Kurse mit tiergestützter Pädagogik, Seminare für abschlussgefährdete Schülerinnen und Schüler, eine Sommerakademie für Hauptschülerinnen und Hauptschüler sind nur einige Beispiele für Förderungen aus dem Bildungsbereich.
Förderzweck "Milde Zwecke"
Die Stiftungen in der Verwaltung der Klosterkammer Hannover sind keine Sozialstiftungen. Und doch hilft die Klosterkammer Projekte zu verwirklichen, die Menschen zugute kommen, die in unserer Gesellschaft am Rande stehen und auf unterschiedliche Weise benachteiligt sind.
Zahlreiche Tafeln haben in den vergangenen Jahren Fahrzeuge und Ausstattungsgegenstände angeschafft mit Hilfe von Zuwendungen durch den Allgemeinen Hannoverschen Klosterfonds und den Hospitalfonds St. Benedikti. Sozialintegrative Werkstätten wurden in ihren Aus- und Umbauten unterstützt, Reisen für Behindertengruppen mitfinanziert.
Förderprogramm "ehrenWERT."
Die Klosterkammer Hannover wird in den kommenden Jahren verstärkt ehrenamtliches Engagement fördern. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Qualifizierung von ehrenamtlichen Führungskräften und Mitarbeitenden. Im Rahmen des Programms "ehrenWERT." können Fördermittel für Maßnahmen beantragt werden, die zu wesentlichen Teilen von ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern getragen werden und die mit deren Qualifizierung verbunden sind. Einen Antrag können Träger von lokalen und regionalen Projekten wie beispielsweise Vereine, Kirchengemeinden oder Kommunen stellen. Die Projekte müssen der Erfüllung kirchlicher, bildungsbezogener oder sozialer Zwecke dienen. Weitere Informationen finden Sie auf der Programmhomepage www.klosterkammer-ehrenwert.de.
Fördermöglichkeiten für Kultur, Wissenschaft und Denkmalpflege
Die von der Klosterkammer Hannover verwalteten Stiftungen sind keine Kulturstiftungen. Und doch ermöglicht die Klosterkammer Theater-, Konzert-, und Ausstellungsprojekte, wenn sie dazu dienen, Kinder und Jugendliche oder benachteiligte Menschen an musische und andere kulturelle Bildungsinhalte heranzuführen.
In vielen Städten und auf dem Land fördert die Klosterkammer Hannover Kinder- und Jugendtheaterprojekte, aber auch theaterpädagogische Projekte wie zum Beispiel "Theater und Schule" in Osnabrück. Auch wurden in den vergangenen Jahren bei zahlreichen Ausstellungen die museumspädagogischen Anteile mit einer Projektförderung der Klosterkammer Hannover umgesetzt.
Die Stiftungen sind auch keine Forschungsstiftungen. Dennoch unterstützt die Klosterkammer Hannover Projekte, die der Erschließung des von der Klosterkammer bewahrten historischen und kulturellen Erbes oder der Weiterentwicklung bzw. Vertiefung pädagogischer oder sozialwissenschaftlicher Erkenntnisse dienen.
So wurde beispielsweise ein mehrjähriges Projekt zu den Inschriften der Lüneburger Klöster der Göttinger Akademie der Wissenschaften gefördert; der in 2009 erschienene wissenschaftliche Band dazu wurde in der Fachwelt hoch gelobt. Im Rahmen des mehrjährigen Projekts "Musik in den Lüneburger Klöstern" wurden hunderte Musikhandschriften in den Lüneburger Klöstern dokumentiert und in Form eines Kataloges ("Verborgene Klänge") und sechs CDs ("Musik der Heideklöster") auch der breiten Öffentlichkeit präsentiert.
Die verwalteten Stiftungen sind keine Denkmalstiftungen. Die Klosterkammer Hannover gibt aber Zuwendungen für den Erhalt kirchlicher Bau- und Kunstdenkmäler. Profane Denkmäler von herausragender historischer Bedeutung können in begrenztem Maße gefördert werden, wenn sie der Öffentlichkeit zugänglich sind.
Ausschließlich Projektförderung
Die Klosterkammer Hannover fördert zeitlich begrenzte Projekte. Sie leistet grundsätzlich keine institutionelle Förderung.
Und doch werden einige Projekte über mehrere Jahre gefördert, oft im Sinne einer "Anschubfinanzierung". So hat die Klosterkammer Hannover beispielsweise mit einer mehrjährigen Förderung das Praktikanten-Programm der Leuphana-Universität Lüneburg, "Leuphana PLUS", mitfinanziert, das der Vernetzung von Studierenden, Wissenschaft und Wirtschaft dient.
|