23.08.2012

Neue Äbtissin im Kloster Medingen: Dr. Kristin Püttmann

Monika von Kleist gibt zum 12. Oktober 2012 ihr Amt offiziell ab

Die Chemie stimmt: Äbtissin Monika von Kleist und ihre Nachfolgerin Dr. Kristin Püttmann (von links).
Foto: Klosterkammer/Kristina Weidelhofer

Tradition im Kloster Medingen: Der aus massivem Silber, teils vergoldete und mit Edelsteinen besetzte Krummstab, wird seit 1494 von Äbtissin zu Äbtissin weitergereicht. Am 12. Oktober 2012 übergibt Monika von Kleist nach 14-jähriger Amtszeit den Krummstab weiter an ihre Nachfolgerin Dr. Kristin Püttmann. Die 56-jährige Kunsthistorikerin ging als Siegerin unter zwölf Bewerberinnen hervor: Am 18. Juni 2012 wurde sie von den Konventualinnen des Klosters unter der Aufsicht des Klosterkammer-Präsidenten Hans-Christian Biallas in seiner Funktion als Landeskommissar gewählt.

"Nun erwartet mich eine arbeitsreiche Zeit als selbständige Unternehmerin", sagt Kristin Püttmann; denn so wurde das Amt der Äbtissin einmal von der ehemaligen Klosterkammer-Präsidentin Sigrid Maier-Knapp-Herbst beschrieben. "Selbst und ständig", das ist die promovierte Kunsthistorikerin, die an der Leuphana Universität in Lüneburg als Dozentin tätig ist, gewohnt. Während für ihre Vorgängerin schon bald "Lesen, Spazierengehen, Gymnastik und Thermalbad" auf dem Programm stehen, wird Kristin Püttmann von der Organisation von Kulturveranstaltungen bis zur Arbeit im Kirchenvorstand alles tun, was ihr Amt mit sich bringt. Dazu gehören auch die laufenden Verwaltungsaufgaben und die rechtliche Vertretung des Klosters.

Nach ihrer offiziellen Einführung im Oktober hat sie ebenfalls 14 Jahre lang Zeit, die geistliche und kulturelle Arbeit im Kloster lebendig zu halten: Das Amt der Äbtissin endet mit der Vollendung des 70. Lebensjahres. Doch das Weltliche kommt dabei nicht zu kurz. Dr. Püttmann wird weiterhin an der Leuphana Universität dozieren, Brautpaare, die in der Klosterkirche heiraten, müssen sich bei der Äbtissin vorstellen. Außerdem besteht eine enge Verbindung zur Schützengilde, die früher die Schutzfunktion von Polizei und Feuerwehr in einem für die Klosterdamen übernahm. "Das Kloster steht für mich an erster Stelle", unterstreicht Kristin Püttmann. Das heißt für sie aber nicht "verschleiert im Zölibat lebend hinter Klostermauern zu verwelken". Diesem gängigen Vorurteil setzt die neue Äbtissin entgegen: "Meine Vorgängerin und die hier wirkenden Konventualinnen haben dank der vielfältigen Veranstaltungen, Konzerte und Führungen das Kloster Medingen bereits in hohem Maße der Öffentlichkeit zugänglich gemacht: Wir verstehen uns als christlich-kulturelles Zentrum, das nach außen geöffnet ist."