Erhalt & Pflege

Damit Schäden gar nicht erst entstehen: Eine wichtige Aufgabe der Abteilung für Bau- & Kunstpflege ist die Bauunterhaltung. Mit kontinuierlicher Pflege der Bausubstanz überdauern Denkmale Jahrhunderte. Es folgt eine Übersicht aktueller Projekte.

Sanierung der Südscheune des Stiftes Fischbeck

Zeitraum: 2019/2020
Kosten: rund 467.000 Euro
Umfang: Grundinstandsetzung des Gebäudes sowie Arbeiten zur Umnutzung als Veranstaltungsstätte
Zuständige der Klosterkammer: Baudezernent Dr. Tim Wameling, Bauleiter Reiner Dittmann, Abteilung Bau- und Kunstpflege

Ausgangspunkt war die baufällige barocke Südscheune auf dem Gelände des Stiftes Fischbeck, deren Fassaden teilweise nur noch vom Efeu gehalten wurden und deren Dach einsturzgefährdet war. Durchgeführt wurde eine Grundinstandsetzung, weil das Gebäude für einen Rückbau zu wertvoll erschien. Künftig wird es als Unterstand, Depot sowie gelegentliche Veranstaltungsstätte dienen. Die Südscheune hat zwei Tore, ein originales von 1730 und eines von der alten, nicht mehr existierenden Zehntscheune, aus dem Jahr 1756. Fazit: Mit Enthusiasmus und Liebe zum Detail, einer vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen Bauleitung, Tragwerksplaner, ausführenden Unternehmen und Bauherrin, kann selbst einem so maroden Bauwerk zu neuem Glanz verholfen werden.


Kloster Barsinghausen: Instandsetzung des ehemaligen Waschhauses

Zeitraum: 2019
Kosten: rund 296.000 Euro
Umfang: Sanierung mit Tragwerksplanung, Einrichtung und Außenbereich
Zuständige der Klosterkammer: Baudezernent und Planung Dr. Tim Wameling, Bauleiter Reiner Dittmann, Abteilung Bau- und Kunstpflege

Das im Grundriss nur rund zehn mal zehn Meter große ehemalige Wasch- beziehungsweise Hausmeisterhaus des Klosters Barsinghausen wurde gemeinsam mit der Anlage des Klostergartens ab 1734 als Waschhaus errichtet. 1974/75 wurde es für Wohnzwecke umgebaut. In den vergangenen Jahren stand es leer.

Ab 2020 wird es von der landeskirchlichen Einrichtung Inspiratio als Seminar- und Bürohaus genutzt. Dafür war das Objekt infolge der kleinteiligen Strukturen eigentlich ungeeignet. Durch Rücknahme der Dachgeschossausbauten aus den 1970er-Jahren konnten Raum und Licht zurückgewonnen werden, ohne das Denkmal in seinem optischen Gesamteindruck zu sehr zu verändern. Aufgrund des teilweise mangelhaften Zustandes wurde umfangreich saniert. Viele Elemente der vorgefundenen Substanz konnten gut erhalten und wiederverwendet werden.


Zweiter Bauabschnitt: Instandsetzung des Pächterwohnhauses auf dem Klostergut Wöltingerode

Zeitraum: 2018/2019
Kosten: rund 332.000 Euro
Umfang: Sanierung des Mauerwerkes, Erneuerung des Putzes und Neuanstrich nach restauratorischen Befunden
Zuständige der Klosterkammer: Baudezernentin Christina Lippert, Bauleiter Tobias Lecher als Bauherrenvertreter, Abteilung Bau- und Kunstpflege

Kloster Wöltingerode wurde im 12. Jahrhundert als Benediktinerkloster gegründet. 1676 vernichtete ein Feuer die Konventgebäude und beschädigte die Kirche. Der Wiederaufbau erfolgte umgehend und so erhielten die Klausurgebäude ihr bis heute erhaltenes barockes Erscheinungsbild. Bei dem in jüngerer Vergangenheit als Pächterwohnhaus genutztem Gebäude handelt es sich um das ehemalige Propsteigebäude aus dem Jahr 1698.

Die Fassaden waren erheblich durch Feuchtigkeit geschädigt. Durch Setzungen hatten sich zusätzlich Risse gebildet. Die Mauerkrone war horizontal auf Grund von vormals vorhandenen Schäden in der Dachkonstruktion verschoben.

Folgende Arbeiten wurden unter anderen ausgeführt: Abnahme des Altputzes und Ausbau der Fenstergitter, Sanierung des Mauerwerks, des Sockels und der Fundamente, Erneuerung des Putzes als Kalkputz, Sanierung der Sandsteingewände an Fenstern, Türen sowie an den Eingangstreppen sowie ein Neuanstrich der Fassade mit Kalkfarbe.

Eine im Vorfeld durchgeführte restauratorische Untersuchung hatte zum Ergebnis, dass die graubeige gefassten Fassaden ursprünglich in einem Rotton gestrichen waren. Heute zeigt sich die Probstei wieder ihrer historischen Bedeutung angemessen in einem kräftigen Rot.

Dipl.-Ing. Tanja Gockel von der IGP Gockel PartGmbH war die Projektarchitektin für das Bauvorhaben in allen Leistungsphasen.


Reparatur von Sturmschäden am Dach der Stiftskirche Grauhof

Zeitraum: 2018/2019
Kosten: rund 275.000 Euro
Umfang: Notsicherung und abschließende Instandsetzung des Kirchendaches, in Teilen Wiederherstellung der Dach- und Deckenkonstruktion, Fassadenarbeiten
Zuständige der Klosterkammer: Abteilungsleiterin Rita Hoheisel, Bauleiter Christian Grießner, Abteilung Bau- und Kunstpflege

Am 18. Januar 2018 zog das Sturmtief Friederike über Norddeutschland und hinterließ verheerende Schäden – auch an dem Dach der Stiftskirche Grauhof. Neben zahlreichen Schäden an der Dacheindeckung war besonders die Südseite der Kirche betroffen. Hier hatte der Wind an einer großen Fläche die gesamte Dachkonstruktion abgerissen und vom Dach geschleudert.

Zur Notsicherung und abschließenden Instandsetzung ließ die Bauabteilung ein Gerüst an der Ostseite aufstellen und das Dach abdichten, um den Eintritt von Wasser zu verhindern. Vom Gerüst aus mussten Steinmetzarbeiten an der Traufe der Südseite ausgeführt werden. Gleichzeitig konnten Risse der Putzfassade ausgebessert und notwendige Malerarbeiten an den Kirchenfenstern vorgenommen werden.

Die Zimmermannsarbeiten beinhalteten das Wiederherstellen der vom Sturm beschädigten Dach- und Deckenkonstruktion. Weil die Schäden so umfangreich waren, wurden Teile des Kirchendaches neu mit Naturschieferplatten eingedeckt.


Sanierung des historischen Schafstalls und Zehntganges im Stift Obernkirchen

Zeitraum: 2017-2019
Kosten: rund 412.000 Euro inklusive knapp 62.000 Euro EU-Mitteln
Umfang: Konservatorische Sicherung und Sanierung des historischen Schafstalls und Zehntganges inklusive Tragwerksplanung, Einrichtung und Umgestaltung des Außenbereichs
Zuständige der Klosterkammer: Baudezernent  und Planung Dr. Tim Wameling, Bauleiter Reiner Dittmann und Planerin Katja Hennig, Abteilung Bau- und Kunstpflege

Der mittelalterliche Schafstall im Stift Obernkirchen wurde um 1334 erbaut. Das mit regionaltypischen historischen Sandsteinplatten gedeckte Bruchsteingebäude ist eines der äußerst seltenen, fast vollständig erhaltenen mittelalterlichen Wirtschaftsgebäude. Der Schafstall hat vermutlich nie zur Schafhaltung, sondern in Ergänzung der benachbarten Zehntscheune als Getreidespeicher gedient.

Die sichtbare hölzerne Innenstruktur des Schafstalls samt Dach stammt durchgängig aus dem Jahre 1334 und ist von herausragender bauhistorischer Bedeutung. Der Verbindungsgang zwischen der benachbarten Zehntscheune wurde gemeinsam mit dem Schafstall 1334 errichtet. Nach jahrzehntelangem Leerstand wurde das zwischenzeitlich einsturzgefährdete Objekt an Dach und Fach substanziell saniert und konserviert. Sowohl der Zehntgang als auch der Schafstall bieten nach der Sanierung Platz für kulturelle Veranstaltungen. Durch den statisch erforderlichen ausladenden Entlastungsgraben vor der nördlichen Gebäudewand musste der Wirtschaftshof in seiner prägnanten topografischen Hanglage umgestaltet werden. Den Schafstall betritt man nun über eine Holzbrücke.

 

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