Restaurierung & Kunstgeschichte

Vom Mittelalter bis zur Neuzeit: Die Klosterkammer betreut rund 12.000 Kunstgegenstände verschiedener Materialgruppen aus dem 11. bis 20. Jahrhundert. Sie sind Teile historischer Bauten, ausgestellt, eingelagert oder werden noch immer verwendet. Es folgt eine Übersicht aktueller Projekte.

Konservierung des Marienaltars im Kloster Wienhausen

Zeitraum: 2019
Von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Restaurierungswerkstatt bearbeitet
Umfang: Untersuchung, Reinigung und Festigung der Farbfassung
Zuständige der Klosterkammer: Leiterin Corinna Lohse, Restauratorinnen Kirsten Schröder, Christiane Adolf und Restaurator David Mühlenhaupt, Restaurierungswerkstatt

2019 wird im Kloster Wienhausen das 500-jährige Jubiläum des Flügelaltars im Nonnenchor gefeiert. Jener Marienaltar wurde im Jahre 1519 durch die Äbtissin Katharina Remstede und dem Propst Wulbrand von Oberge gemeinschaftlich gestiftet. Er ist bemerkenswert in seiner Bilddarstellung und in Hinblick auf die Entstehungszeit in den Jahren des Umbruchs nach der Reformation bedeutungsvoll.

Anlässlich des Geburtstages untersuchten Mitarbeiter der Klosterkammer den Zustand des Retabels und seine bis heute original erhaltene Farbfassung. Um an den Reliefs arbeiten zu können, wurde hierzu ein Gerüst aufgestellt. Für die anschließend notwendige Reinigung kamen verschiedene weiche Pinsel und spezielle Reinigungsschwämme zum Einsatz. In Teilen wurde die Farbfassung gefestigt.


Überarbeitung des Klostermuseums im Kloster Wienhausen

Zeitraum: 2014-2018
Kosten: rund 158.500 Euro
Umfang: Neukonzeption der Ausstellung, Einbau moderner Vitrinen samt Beleuchtung und Medientechnik Zuständige der Klosterkammer: Projektleitung und Planung Katja Hennig, Kunsthistoriker Dr. des. Jörg Richter gemeinsam mit der Restaurierungswerkstatt, Abteilung Bau- und Kunstpflege

Die ereignisreiche Geschichte des Klosters Wienhausen lässt sich am besten anhand der zahlreichen noch erhaltenen Kunstwerke und Gebrauchsgüter erlebbar machen. Mit der Neuordnung des Klostermuseums werden die wertvollen Exponate nun in einem klaren, aufgeräumten Kontext der interessierten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Auf Grundlage des entwickelten didaktischen Konzeptes wurden die Exponate neu geordnet und unter Einsatz moderner Beleuchtungs- und Medientechnik zeitgemäß präsentiert. Durch die passive Klimatisierung der Vitrinen können Schäden an den Kunstgegenständen aufgrund von Klimaschwankungen im Raum vermieden werden. Die Ausstellungsarchitektur stammt von dem Büro Sypereck in Berlin.


Restaurierung wertvoller Textilien aus dem Kloster Ebstorf

Zeitraum: 2015
Kosten: Eigenleistung Textilrestauratorinnen
Umfang: Restaurierung der Mauritiusfahne und eines Fragments eines Astkreuzes
Zuständige der Klosterkammer: Textilrestauratorinnen Wiebke Haase und Tanja Weißgraf, Textilrestaurierungswerkstatt im Kloster Lüne

Mauritiusfahne: Die Fahne kam in einem völlig fragmentierten und durch verschiedene Restaurierungen geschädigten Zustand in die Textilwerkstatt. Da herkömmliche Sicherungsmethoden hier nicht mehr angewendet werden konnten, setzten die beiden Textilrestauratorinnen der Klosterkammer experimentell die Methode des partiellen Färbens unter Einsatz von Seidentüll und synthetischen Farbpasten ein. Im Vorfeld mussten zahllose Fragmente sortiert, ausgerichtet und die Malschicht geglättet werden.

Fragment eines Astkreuzes: Im Rahmen der großen Bauarbeiten in der Ebstorfer Klosterkirche wurden viele Säcke Schutt aus den Hohlräumen des Chorgestühls geborgen. Diese wurde gesiebt und enthielten eine Vielzahl von Fundstücken. Dazu gehören Textilfunde, die vorwiegend mittelalterlich sind, etwa wertvolle Stickereien und textiles Zubehör. Ein Beispiel ist das Fragment eines Astkreuzes und der dazugehörige Kopf, die beide aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts stammen. Das Fragment gehörte zum bereits inventarisierten Bestand des Klosters, der Kopf fand sich im Schutt und konnte nun zugeordnet werden.

 

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