Was bezeichnet der Begriff Erbpacht?

Der Begriff Erbpacht wird oft anstatt des Begriffs Erbbaurecht verwendet, sie sind jedoch nicht gleichbedeutend. Erbpacht meint eine aus dem Mittelalter stammende Form des Grundbesitzes, die den Erbpächter persönlich und wirtschaftlich an den Lehensherren band. Im Gegensatz zum Erbbaurecht gehörten bei diesem Modell auch die Gebäude nicht dem Erbpächter. Der Grundbesitz konnte bei Verstoß gegen die Treue- und Unterhaltsverpflichtungen vom Lehensherren zurückgefordert werden. Während der Französischen Revolution (1789–1799) wurde die Erbpacht in weiten Teilen Deutschlands verboten und 1947 abgeschafft. Das heutige Erbbaurecht ist eine ähnliche Form der Trennung von Eigentums- und Nutzungsrechten an einem Grundstück, persönliche Treuepflichten oder Abhängigkeiten sind damit nicht verbunden. Der Begriff Erbbaurecht bedeutet, dass man ein eigenes Haus auf fremdem Grund bauen kann. Der Erbbaurechtsvertrag ist in der Regel zeitlich befristet und bis zum Ablauf nicht kündbar. Eine Aufhebung des Vertrags ist nur möglich, wenn beide Parteien dies wollen und notariell beurkunden.