Was passiert bei Auslaufen des Erbbaurechtsvertrages?

Bei Auslaufen des Erbbaurechtsvertrages erhält der Erbbauberechtigte eine vertraglich festgelegte Entschädigung für den Verlust des Gebäudeeigentums. In den meisten bestehenden Erbbaurechtsverträgen beträgt diese bei Wohnimmobilien bis zu zwei Drittel des Verkehrswertes. Die Klosterkammer hat sich aber dazu entschieden, eine mögliche Entschädigung auf 100 Prozent zu erhöhen. In der Praxis werden in der Regel genau diese zwei Drittel als Entschädigung festgelegt. Häufig regt sich Unmut, dass hier eine gesetzlich einseitige und ungerechte Besserstellung des Grundstückseigentümers durchgesetzt wird. Der Grundstückseigentümer trägt in diesem Zusammenhang allerdings das volle Risiko der Vermarktung der Immobilie und sämtliche Kosten im Zusammenhang mit einem neuerlichen Verkauf. Sofern der Erbbauberechtigte davon überzeugt ist, selbst am Markt einen besseren Preis erzielen zu können, steht es ihm bei der Klosterkammer frei, den Vertrag zu erneuern und zum vollen Verkehrswert zu verkaufen. Überdies bietet die Klosterkammer in neueren Verträgen eine Entschädigung bis zum vollen Verkehrswert an, sofern dieser bei Verkauf des Gebäudes innerhalb eines Jahres erzielbar ist. Die Vermarktungskosten trägt auch in diesem Fall die Klosterkammer. Allen Erbbaurechtsnehmern wird im Zuge der Wertsicherung seit einigen Jahren die Umstellung der Entschädigungsklausel angeboten.