21.06.2018

Neues Klostermuseum eingeweiht

Kloster Wienhausen präsentiert überarbeitetes Ausstellungskonzept

Waren an der Neukonzeption beteiligt (von links): Klosterkammer-Projektleiterin Katja Hennig, Renate von Randow, Äbtissin des Klosters Wienhausen, und Kunsthistoriker Dr. des. Jörg Richter von der Klosterkammer. Foto: Klosterkammer/Kristina Weidelhofer

Ausstellung auf 70 Quadratmetern mit moderner Lichttechnik und eigens entworfenen Vitrinen: Rund 100 Gäste waren bei der Eröffnung des neuen Klostermuseums Wienhausen am 21. Juni 2018. Unter anderem die ältesten Brillen der Welt sind dort zu sehen.

„Welche Fragen sich die Besucher des Klostermuseums stellen, stand am Beginn der Neukonzeption“, schilderte Renate von Randow, Äbtissin des Klosters Wienhausen. Was sind Nonnen? Was machen sie den ganzen Tag? Wer bezahlt das alles? In Filmen und Informationen zu den Ausstellungsstücken wird auf diese Fragen geantwortet.

Das Kloster Wienhausen bei Celle ist berühmt für ein einmaliges Ensemble kleiner Gegenstände aus dem klösterlichen Alltag, die 1953 unter dem Chorgestühl auf dem Nonnenchor aufgefunden worden sind: Dazu gehören Gebetbüchlein, Andachtsbilder, Pilgerzeichen und die ältesten mittelalterlichen Brillen der Welt.

Seit das Museum 1994 eröffnet worden ist, hat es viele Neuerungen im Vitrinenbau und in der Lichttechnik gegeben. Hinzu kommen neue Ansprüche der Vermittlung von Kunst und Geschichte. In einer eigens entwickelten Großvitrine, in vertikal schwebender Montage werden die Wienhäuser Fundstücke nun auf eindrucksvolle Weise präsentiert.

Bilch in den Raum des neuen Klostermuseums Wienhausen, in dem erleuchtete Vitrinen zu sehen sind.

Blick in die neugestaltete Ausstellung im Kloster Wienhausen.
Foto: Klosterkammer/Corinna Lohse

Das kleine Museum ist als ein Zusatzangebot gedacht, dass die Besucher vor oder nach einer Führung wahrnehmen können. Auf einer horizontalen Ebene von Präsentationstischen gibt das Museum grundlegende Informationen zum Kloster Wienhausen: Zu den „Menschen im Kloster“, zu deren „Gottesdienst“, zum „Alltag im Kloster“ und zum „Wirtschaften für das Kloster“. Erläutert werden diese Themen jeweils für die Zeit vor und die Zeit nach der Reformation. Einblicke in das gegenwärtige Leben der Gemeinschaft evangelischer Frauen im Kloster gewähren vier Monitore mit Filmen und Bildfolgen.

In das Zentrum des Raumes ist der „Fund vom Nonnenchor“ gestellt, der Wienhausen weltweit einzigartig macht: Dessen Stücke geben Einblicke in Facetten klösterlichen Lebens vom 14. Jahrhundert an bis in die Neuzeit. In einer eigens für Wienhausen entwickelten Großvitrine, in vertikal schwebender Montage und dank neuer Lichttechnik werden die Wienhäuser Fundstücke auf eindrucksvolle Weise neu präsentiert. Texte und Bilder erklären den kulturhistorischen Hintergrund der Stücke auf allgemeinverständliche Weise.

Höhepunkt der Präsentation sind die ältesten im Original erhaltenen Brillen der Welt. Sie stammen aus dem 14. und 15. Jahrhundert und gehören zu den 1953 unter dem Wienhäuser Chorgestühl aufgefundenen Gegenständen. Wie wirksam die mittelalterlichen Brillengläser sind, können die Besucher am Beispiel einer Miniatur selbst überprüfen.

Informationen zum Kloster Wienhausen, zum Klostermuseum, zu Öffnungszeiten und Eintrittspreisen finden Sie auf der Internetseite des Klosters: www.kloster-wienhausen.de. (ina/lah)