14.09.2026

Neue Grundschule in Ilfeld eingeweiht

Neubau belebt das Gelände des ehemaligen Stiftsgutes Ilfeld der Klosterkammer

Eine Kindergruppe steht für eine Aufführung in einer Schulaula vor Publikum.

Schülerinnen und Schüler der Grundschule Ilfeld traten bei der Eröffnung auf. Foto: Nicole Mattern, Landkreis Nordhausen

Der Neubau der Grundschule im thüringischen Ilfeld ist seit Schuljahresbeginn im August 2026 in Betrieb, rund 80 Kinder besuchen die Schule. Am 3. September fand die feierliche Einweihung statt.

Zur Einweihung in Ilfeld kamen der Thüringer Minister für Digitales und Infrastruktur, Steffen Schütz, Nordhausens Landrat Matthias Jendricke und Klosterkammer-Präsidentin Dr. Thela Wernstedt. Gemeinsam mit Schulleiterin Kerstin Schiller-Benkstein, den Schülerinnen und Schülern sowie vielen weiteren Gästen feierten sie die Fertigstellung des ersten realisierten Projekts des Thüringer Modellvorhabens für Schulbau in Holzbauweise. Die Schule soll beispielgebend für das Bundesland sein. 

Die beiden Grundschulen in Ilfeld und Niedersachswerfen sind eine gemeinsame Schule mit zwei Standorten, die Heinz-Sielmann-Grundschule Harztor. Die Gesamtkosten des Bauvorhabens in Ilfeld liegen bei rund 6,7 Millionen Euro. Das Land Thüringen förderte das Vorhaben aus dem Schulbauprogramm mit 4,5 Millionen Euro. Der Baustart war im Dezember 2024, Grundsteinlegung im Mai 2025, Richtfest im August 2025. 

Drei Frauen und drei Männer stehen vor einer hölzernen Fassade.

Kamen zum offiziellen Startschuss (v.l.n.r.): Landrat Matthias Jendricke, Landtagsabgeordnete Carolin Gerbothe, Thüringens Minister für Infrastruktur und Digitales, Steffen Schütz, Schulleiterin Kerstin Schiller-Benkstein, stellvertretende Schulleiterin Johanna Stritzel und Harztor-Bürgermeister Stephan Klante. Foto: Nicole Mattern, Landkreis Nordhausen

Beim Bau lag ein Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit. Die neue Grundschule ist das effizienteste Gebäude des Landkreises und verfügt über ein Wärmepumpensystem, eine Photovoltaikanlage und ein begrüntes Dach. Die Wärmeerzeugung erfolgt über eine Luft-Wasser-Wärmepumpe mit Fußbodenheizung. Die natürliche Querlüftung der Klassenräume erfolgt über große Fenster und Dachlichter. Außenliegende Beschattungselemente unterstützen beim sommerlichen Wärmeschutz.

„Hier ist eine großartige, moderne Lernumgebung entstanden. Nachhaltigkeit ist in der Bauweise entscheidend und spielt auch als Thema im Unterricht eine große Rolle. Die Grundschule ist aus unserer Sicht als Grundstückseigentümer außerdem ein wichtiger Schritt zur Wiederbelebung dieses Geländes im Herzen Ilfelds“, schildert Dr. Thela Wernstedt.

Die neue Grundschule steht auf dem Gelände eines ehemaligen Stiftsgut Ilfeld. Die Flächen gehören zum Besitz der Stiftung Stift Ilfeld, einer der vier öffentlich-rechtlichen Stiftungen, die die Klosterkammer Hannover verwaltet. Das Stift Ilfeld hat dem Landkreis Nordhausen ein entsprechendes Erbbaurecht bestellt. Der Neubau nutzt die Fläche einer ehemaligen Kläranlage und schont so das angrenzende denkmalgeschützte Stallgebäude städtebaulich. Der eingeschossige Neubau ergänzt das historische Ensemble und entwickelt dessen räumliche Struktur zeitgemäß weiter. 

Die Klosterkammer investiert zur Revitalisierung der Fläche über das Stift Ilfeld insgesamt eine mittlere siebenstellige Summe. Das ehemalige Verwalterhaus auf dem Grundstück wird derzeit zur Kindertagesstätte umgebaut. Mieten und nutzen soll das Gebäude die Gemeinde Harztor. Auf dem Areal entsteht ein Revierleitergehöft als Wohn- und Arbeitsstätte für den Revierleiter des Stiftsforstbetriebs Ilfeld. Für die große, direkt hinter der Kirche gelegene Barockscheune sucht die Klosterkammer eine Nachnutzung. (lah)