Kirchennutzung der Zukunft und Brücken in den Arbeitsmarkt für Menschen mit Förderbedarfen

Klosterkammer vergibt rund 726.000 Euro Förderung für sieben kirchliche und und soziale Projekte

Die Klosterkammer Hannover hat unter Beteiligung ihres Kuratoriums jüngst positiv über die Unterstützung von sieben kirchlichen und sozialen Projekten entschieden. Das Kuratorium berät über Anträge mit Antragssummen ab 50.000 Euro. Die Antragstellenden erhalten insgesamt rund 726.000 Euro Förderung. 

Unter dem Motto „Zukunft Kirche Ankum“ geht die Katholische Kirchengemeinde St. Nikolaus in Ankum im Landkreis Osnabrück auf die veränderten Bedürfnisse in der Nutzung ihrer denkmalgeschützten Kirche ein. Weniger Menschen besuchen die Gottesdienste und die Zahl der Kirchenmitglieder sinkt. Zugleich machen technische und bauliche Defizite Baumaßnahmen an dem etwa 1.000 Personen fassenden Kirchenraum notwendig. Seit 2024 wird mit breiter Beteiligung der Zivilgesellschaft ein neues Nutzungskonzept erarbeitet. Inhalt ist die Ausbildung einer dreiteiligen Raumstruktur aus Chorraum, Hauptschiff und Turmbereich. Das Hauptschiff soll für kulturelle, gesellschaftliche und gemeindliche Veranstaltungen zur Verfügung stehen, während im Kirchturm ein kleines Museum geplant ist. Die Klosterkammer fördert mit knapp 150.000 Euro die Konzentration auf eine liturgische Nutzung des historischen Chorraums. Dazu gehört unter anderem die Herstellung von Barrierefreiheit, die Installation moderner Medien-, Präsentations- und Beschallungstechnik sowie die Neuordnung und Sicherung der historischen Ausstattung.

Die Diakonie Himmelsthür plant in Hildesheim eine inklusive Berufsausbildung. Dort soll die „Inklusive Bildungsbrücke Himmelsthür“ als eigenständige Tochtergesellschaft aufgebaut werden. Sie bündelt dann alle Bildungs-, Qualifizierungs- und Entwicklungsaktivitäten und schafft eine Plattform für Lernen, Kompetenzentwicklung und den Einstieg in den regulären Arbeitsmarkt. Im Projekt „LEA - Übergangsmodell für junge Menschen mit Beeinträchtigungen von Schule in Arbeit“ geht es um ein inklusives Übergangsmodell für junge Menschen im Alter von 16 bis 25 Jahren. Profitieren sollen Jugendliche, die bei der Integration in den Arbeitsmarkt besondere Unterstützung benötigen, weil sie Lernschwierigkeiten, psychische Belastungen, Autismus-Spektrum-Störungen, soziale Benachteiligungen oder instabile Bildungsbiografien haben. Geplant ist ein Modellprojekt in Hildesheim, das Qualifizierung, betriebliche Praxis und kontinuierliche sozialpädagogische Begleitung miteinander verknüpft. Die Förderung der Klosterkammer dafür beträgt 143.124 Euro. 

Um Teilhabe durch Beschäftigung geht es in dem Projekt „ChancenTeilen“ der Neue Arbeit Brockensammlung (NAB), einer Einrichtung des Ev.-luth. Kirchenkreises Göttingen-Münden. Die NAB unterstützt Langzeitarbeitslose für eine Vermittlung in den Arbeitsmarkt. Das Projekt soll Menschen helfen, die aufgrund ihres Alters, fehlender Qualifikationen oder gesundheitlicher Einschränkungen wenig Chancen auf eine reguläre Beschäftigung haben. Für sie gibt es nur eingeschränkte staatliche Förderungen. Im Mittelpunkt stehen die intensive sozialpädagogische Betreuung und die Ermöglichung eines geregelten Tagesablaufs durch eine regelmäßige, sinnstiftende Tätigkeit. Die Teilnehmenden werden unter anderem im Bereich des Garten- und Landschaftsbaus, für Malerarbeiten, Umzüge und Haushaltsauflösungen sowie in der Töpferei und Tischlerei beschäftigt, sozialpädagogisch begleitet und fachlich angeleitet. Das Projekt mit 20 Plätzen hat eine Laufzeit von insgesamt 36 Monaten. Mit 79.375 Euro unterstützt die Klosterkammer die Maßnahme.

Weitere geförderte Projekte:

Umbau- und Sanierungsmaßnahmen im CVJM Haus Hannover; Antragsteller: CVJM Hannover e. V.; Fördersumme: 90.000 Euro

Diesterweg Stipendium; Antragstellerin: Soziale Zukunft - Bürgerstiftung der AWO in der Region Hannover; Fördersumme: 77.272,50 Euro

LuheWohnen; Antragsteller: Herbergsverein Winsen (Luhe) und Umgebung e.V.; Fördersumme: 123.447,40 Euro 

Ausbau der Landesvernetzungsstelle Queere Jugendarbeit; Antragsteller: Lambda Niedersachsen-Bremen e.V., Gifhorn; Fördersumme: 63.203,04 Euro