18.10.2019

Obstbaumschnitt und Bienenvölker für die Klostergärten

BUND schließt Projekt zum Erhalt historischer Obstgärten erfolgreich ab

20 Viertklässler der Grundschule Mariensee präsentieren ihre Vogelnistkästen, die sie für das Gelände des Kloster Mariensee gebaut haben. Angeleitet haben die Kinder Projektleiterin Sabine Washof vom BUND Niedersachsen und Reinhard Hoffknecht vom Heimatverein Schneeren e. V.. Foto: BUND

„Schatztruhe Obstgärten“, so heißt das Projekt zum Schutz historischer Obstgärten in Niedersachsen, initiiert vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Am 18. Oktober 2019 beendeten Förderer und Kooperationspartner im Stift Fischbeck das Projekt mit einer Abschlussfeier.

In den Klöstern Amelungsborn, Mariensee, Marienwerder, Wülfinghausen, im Stift Fischbeck sowie im Park Breidings Garten und im Landschaftspark Villa Klee waren alte Obstgärten aufgespürt, wiederaufgebaut und gepflegt worden. Projektleiterin Sabine Washof entwickelte gemeinsam mit Expertinnen und Experten sowie dem Projektbeirat aus Niedersächsischem Heimatbund, Niedersächsischem Landesamt für Denkmalpflege, Klosterkammer Hannover sowie Leibniz Universität Hannover individuelle Maßnahmen zum Schutz und Erhalt der Gärten sowie zur Förderung der Biodiversität. Gefördert wurde das dreijährige Projekt von der Bingo-Umweltstiftung sowie von der Klosterkammer Hannover.

Bei der Erstellung der Pflege- und Maßnahmenkonzepte für die Gärten wurden ursprüngliche Strukturen und Bepflanzungen berücksichtigt. Dafür recherchierte der BUND in den Klosterarchiven und den Archiven der Klosterkammer Hannover. „Damit ist es gelungen, den kulturhistorischen Bezug und den Aufbau ehrenamtlicher Strukturen zu verbinden“, betonte Hans-Christian Biallas, Präsident der Klosterkammer Hannover. „Das Projekt untersucht wissenschaftlich, schafft aber gleichzeitig ehrenamtliche Strukturen, um die Pflege dieser Gärten zu gewährleisten.“

Obstbaukundler, Ornithologen und weitere Tier- und Pflanzenexperten hatten die historischen Gärten kartiert und die dort vorkommenden Sorten bestimmt. Neben Nachpflanzungen von lokalen Obstsorten wurden unter anderem auch Nistkästen für Vögel und Fledermäuse angebracht, Nisthilfen für Wildbienen und andere Insekten aufgehängt sowie Totholz- und Steinhaufen aufgestellt. Wichtig war zudem eine Sensibilisierung der Öffentlichkeit für diese besonderen Kulturlandschaften. Während des Projektes gab es mehr als 60 Fortbildungsveranstaltungen und Workshops, an denen insgesamt mehr als 500 Interessierte teilnahmen. Zusätzlich wurde ein Foto-Wettbewerb ausgelobt; die schönsten Bilder wurden in einem Streuobstwiesen-Kalender veröffentlicht. Die Gewinner der ersten drei Plätze wurden bei der Abschlussveranstaltung geehrt.

Positiver Nebeneffekt des BUND-Projektes: Ehrenamtliche Mitarbeiter sind für die Pflege der Klostergärten gewonnen worden. Damit wurde der Wissensschatz zu alten Nutzpflanzensorten weitergegeben und sogar neue Projekte initiiert: Andreas Gärtner beispielsweise hatte an einem Obstbaumschnitt-Seminar im Kloster Mariensee teilgenommen. Mittlerweile hat er gemeinsam mit der dort tätigen Gärtnerin Petra Dahlke Bienenstöcke aufstellen lassen, dies wiederum zieht Kindergarten- und Schulkinder an. (ina)

Eine Menschenmenge im Garten.

Äbtissin Katrin Woitak führt die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der BUND-Abschlussveranstaltung durch den Garten des Stift Fischbeck. Fotos: Kristina Weidelhofer

Eine Frau vor einem Beet.

Katrin Woitack, Äbtissin im Stift Fischbeck, vor einem neu gestalteten Rabatten-Beet im Stiftsgarten, die DEWEZET übernahm die Patenschaft für das Beet und damit auch die Kosten.