26.08.2026

Raum der Stille im Mutter-Kind-Zentrum HENRIKE eröffnet

Klosterkammer förderte die Einrichtung mit rund 45.000 Euro

Zehn Personen stehen in einem Halbkreis, in der Mitte befindet sich ein großer Holzbaum.

Zur Eröffnung dabei: Neben Stefan David, Geschäftsführer (3.v.r), Klosterkammer-Präsidentin Dr. Thela Wernstedt (4.v.r.) und Geschäftsführer Prof. Dr. Thomas Moesta (5.v.r.), Vertreterinnen und Vertreter aus dem ärztlichen Team, der Pflege sowie der DIAKOVERE-Schwesternschaft. Foto: Lina Hatscher

In der HENRIKE ist der neue Raum der Stille am 25. August 2026 eröffnet worden. Es ist ein geschützter Ort, an den sich Patientinnen und Patienten, deren Angehörige sowie Mitarbeitende zurückziehen können.

„In unserem Mutter-Kind-Zentrum erleben Menschen ganz unterschiedliche und oft sehr intensive Situationen: Freude und Neubeginn, aber auch Sorge, Angst und Abschied“, sagte Stefan David, Vorsitzender der Geschäftsführung von DIAKOVERE, bei der Eröffnung. „Der Raum der Stille gibt all diesen Erfahrungen einen geschützten Platz. Hier muss niemand funktionieren oder etwas erklären. Hier darf ein Mensch einfach sein.“ 

Stefan David dankte insbesondere der Klosterkammer Hannover, die die Einrichtung des Raums mit rund 45.000 Euro und das Mutter-Kind-Zentrum HENRIKE mit 150.000 Euro unterstützt hat, zum Beispiel für Babybetten und Wickeltische. Weitere 150.000 Euro hatte der Partner im Projekt HENRIKE, das Kinder- und Jugendkrankenhaus AUF DER BULT, für eine familienfreundliche Ausstattung der Familienzimmer in der Neugeborenen-Intensivstation erhalten.

Klosterkammer-Präsidentin Dr. Thela Wernstedt nahm an der Eröffnung teil und richtete ein Grußwort an die Gäste. „In einer Klinik geht es um mehr als medizinische und pflegerische Versorgung. Es braucht auch Räume für das ganze Leben: für die Freude über einen neuen Anfang ebenso wie für Trauer, Stille und Abschied“, sagte sie.

Beschäftigte der DIAKOVERE TagWerke fertigten den hölzernen Baum an. Foto: Lina Hatscher

Die DIAKOVERE-Schwesternschaft hat einen Holzbaum für den Raum gestiftet, die DIAKOVERE TagWerke hatten den Baum angefertigt. Der aus Holz gefertigte Baum prägt den Raum und steht symbolisch für das menschliche Leben: Seine Wurzeln geben Halt, der Stamm trägt, die Äste weisen in unterschiedliche Richtungen und die Blätter nehmen Licht auf. Zugleich verbindet das Kunstwerk verschiedene Bereiche von DIAKOVERE miteinander.

Besucherinnen und Besucher können vorgefertigte Blätter am Baum befestigen und darauf festhalten, was sie bewegt: eine Bitte, eine Sorge, einen Dank, eine Freude, einen Namen oder auch nur ein kleines Zeichen. Zur Eröffnung brachten die Mitwirkenden und die anwesenden Gäste die ersten Blätter an.

„Der Raum gehört niemandem allein“, betonte Anke Johanne Scholl, DIAKOVERE-Bereichsleiterin für Theologie, Ethik und diakonische Profilbildung, bei der Indienstnahme. „Menschen dürfen hier ihre eigenen Wurzeln haben und trotzdem unter demselben Baum zusammenkommen. Für Christinnen und Christen können die Worte auf den Blättern ein Gebet sein. Für Menschen anderer Religionen können sie eine Bitte, eine Meditation oder ein Zeichen des Vertrauens sein. Und für Menschen, die anders oder gar nicht glauben, ist dieser Raum ein Ort der Stille, des Nachdenkens und der persönlichen Sammlung.“

Die Offenheit des Raums entspricht zugleich dem diakonischen Verständnis von DIAKOVERE. „Jeder Mensch besitzt Würde, noch bevor er etwas leisten kann“, sagte Prof. Dr. Ahmed Madisch, Ärztlicher Direktor der DIAKOVERE Krankenhaus gGmbH. „Nicht weil ein Mensch gesund, stark oder erfolgreich ist, sondern weil er Mensch ist.“

An der Andacht und der symbolischen Indienstnahme des Raums wirkten neben Anke Johanne Scholl und Prof. Dr. Ahmed Madisch auch Prof. Dr. Ralf Schild sowie Stefanie Schöps für die DIAKOVERE-Schwesternschaft mit. (lah)