06.11.2026

„Wir bekommen richtig viel zurück“

Klosterkammer-Präsidentin besuchte Flux Flüchtlingshilfe in Hildesheim

Klosterkammer-Präsidentin Dr. Thela Wernstedt (v. r.) zu Gast in Hildesheim: Sylke Marx, Katrin von Lenthe und Friedhelm Zill aus dem Vorstand des Vereins Flux & Friends und Ehrenamtskoordinatorin Janis Bäcker erläuterten die Arbeit. Foto: Lina Hatscher, Klosterkammer

Katrin von Lenthe, Sylke Marx und Friedhelm Zill aus dem Vorstand des Vereins Flux & Friends begrüßten am 5. November 2026 Dr. Thela Wernstedt, um ihr gemeinsam mit der Ehrenamtskoordinatorin Janis Bäcker die Arbeit der Flux Flüchtlingshilfe zu erläutern. 

Ein unscheinbares Gebäude in der Hildesheimer Nordstadt bietet eine unbürokratische Anlaufstelle und damit Hoffnung für geflüchtete Menschen: Im dritten Obergeschoss sitzt die Flux Flüchtlingshilfe, das Begegnungscafé liegt passenderweise auf der Sonnenseite mit Blick über die Stadt. Die Arbeit der gemeinnützigen GmbH, flankiert vom Verein Flux & Friends, wird zu 90 Prozent von ehrenamtlicher Arbeit getragen. Rund 100 aktive Engagierte unterstützen die Hilfesuchenden dabei, Deutsch zu lernen und ihren Alltag zu organisieren. Das Angebot wird flexibel an den Bedürfnissen der Geflüchteten orientiert und setzt dort an, wo Leerstellen sind und zwar in einem guten Miteinander mit den staatlichen Institutionen. Friedhelm Zill, der die Struktur von Flux mit aufgebaut hat und nun der erste Vorsitzender des Vereins ist, sagt: „Wir arbeiten eng und gut mit der Stadt Hildesheim zusammen, zum Beispiel im Begegnungs- und Kompetenzzentrum Hi.punkt als Treffpunkt und Beratungsort für Menschen mit Migrationsgeschichte.“ 

Die Klosterkammer-Präsidentin Dr. Thela Wernstedt ist zu der Organisation nach Hildesheim gekommen, weil sich das Kuratorium der Klosterkammer Hannover für eine Förderung der Stelle zur Koordination der Ehrenamtlichen mit knapp 61.000 Euro für drei Jahre ausgesprochen hatte. Im sozialen Stiftungszweck stehen Projekte für benachteiligte oder notleidende Menschen – seit 2015 in verstärktem Maße Geflüchtete – im Mittelpunkt. Sie beschreibt, warum gerade diese Stelle zur Koordination der Ehrenamtlichen Unterstützung erhält: „Für eine gelingende Integration braucht es beide Seiten: Offenheit auf Seiten der Aufnahmegesellschaft und die Bereitschaft zur Integration auf Seiten der Neuankömmlinge. Ehrenamtliche können hier helfen, sie können aber auch schnell ausbrennen – insbesondere, wenn wie ab 2015 viele Menschen in kurzer Zeit Unterstützung benötigen. Es ist entscheidend, dass das Engagement gezielt eingesetzt und professionell begleitet wird.“

Ehrenamtskoordinatorin Janis Bäcker im Gespräch mit Klosterkammer-Präsidentin Dr. Thela Wernstedt. Foto: Lina Hatscher, Klosterkammer 

Seit Anfang April 2026 arbeitet Ehrenamtskoordinatorin Janis Bäcker in der Flux Flüchtlingshilfe. Ihr Schwerpunkt liegt in der Entlastung der rund 100 aktiven Ehrenamtlichen, die den größten Teil der Arbeit übernehmen. Die studierte Ethnologin schildert: „Ich bin zu den Öffnungszeiten ihre feste Ansprechpartnerin, unterstütze bei technischen Anliegen, helfe beim Ankommen im Team und organisiere für den Austausch untereinander zum Beispiel Ehrenamtlichentreffen.“ Die Förderung der Klosterkammer kann somit zu Wissensmanagement zwischen den Ehrenamtlichen beitragen, um die Effizienz der Beratung zu steigern. 

Als ein Beispiel für ihre ehrenamtliche Arbeit schildert Katrin von Lenthe, wie sie seit Jahren einen geflüchteten Mann dabei begleitet, sich seine Existenz aufzubauen und seinen Familiennachzug zu organisieren. Viele rechtliche Hürden waren zu nehmen, nun seien die Visa für seine Frau und Kinder erteilt, die er nach langer Zeit der Trennung bald wieder in die Arme schließen könne. „Ich habe viel Neues dazugelernt und bin glücklich über Fälle wie diesen, wo Menschen hier wirklich ankommen, eine Wohnung und Arbeit finden, um für sich und ihre Familien eine Zukunft aufzubauen“, sagt Katrin von Lenthe und fügt hinzu: „Viele sind sehr dankbar für unsere Unterstützung. Wir bekommen richtig viel zurück.“ (lah)