21.09.2026

Zahlreiche Interessierte besuchten den Klosterkammertag in Einbeck

16. September 2026 in St. Alexandri: Informationen zu Aufgaben der Sonderbehörde, Führungen und Austausch

Mitwirkende des Klosterkammertags in Einbeck stehen in der Münsterkirche

Klosterkammertag in der Münsterkirche St. Alexandri in Einbeck (v.l.): Weihbischof Dr. Martin Marahrens, Regionalbischof Dr. Claas Cordemann, Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek, Präsidentin Dr. Thela Wernstedt, Kammerdirektor Dr. Matthias Nagel, MWK-Referatsleiter Dr. Henning Krüger. Foto: Angela Kröger

Die Münsterkirche St. Alexandri mit ihrer rund 900-jährigen Geschichte gehört zu den mehr als 40 Sakralbauten in Niedersachsen, welche die Klosterkammer erhält. Es ist eine ihrer Aufgaben, die Kirchen, Dome und Kapellen als Orte gelebten Glaubens an die Anforderungen des 21. Jahrhunderts anzupassen. Die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Einbeck füllt das Gebäude mit Leben und am 16. September 2026 erläuterten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Klosterkammer ihre Aufgaben. 

Zum Auftakt ab 14 Uhr kamen rund 140 geladene Gäste. Sie wurden begrüßt von Klosterkammer-Präsidentin Dr. Thela Wernstedt und hörten Grußworte von Dr. Hennig Krüger, Referatsleiter im Ministerium für Wissenschaft und Kultur und für die Klosterkammer zuständig, Dr. Sabine Michalek, Bürgermeisterin der Stadt Einbeck, Dr. Claas Cordemann, Regionalbischof des Sprengels Hildesheim-Göttingen und von Dr. Martin Marahrens, Weihbischof im Bistum Hildesheim. 

„Wir freuen uns sehr mit unseren Gästen über die vielfältigen Themen, die die Klosterkammer bearbeitet, ins Gespräch zu kommen. Dazu zählen auch Zukunftsthemen wie Waldumbau und Landwirtschaft im Klimawandel, denkmalgerechter, ressourcenschonender Gebäudeerhalt, Weiterentwicklung geistlicher Angebote sowie Kirchen, die mehr sind als sakrale Räume,“ sagte Klosterkammerpräsidentin Dr. Thela Wernstedt.

Referatsleiter Dr. Hennig Krüger betonte, dass die Klosterkammer eine wichtige Funktion im Gefüge der Landesinstitutionen übernehme, weil sie mit dem Erhalt kulturellen Erbes eine öffentliche Aufgabe erfülle, ohne den Landeshaushalt zu belasten. Einbecks Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek unterstrich die Bedeutung der Münsterkirche für die Stadt. Regionalbischof Dr. Claas Cordemann erläuterte seine persönliche Verbindung zur Münsterkirche St. Alexandri. Weihbischof Dr. Martin Marahrens würdigte die Klosterkammer als verantwortungsvolle Treuhänderin kulturellen Erbes und ermutigte dazu, auch weiterhin Bewahren und Zukunftsgestaltung miteinander zu verbinden. Für die musikalische Umrahmung der Reden sorgten Ellen Wolpert und Emma Wray an Klavier und Querflöte. 

Menschen im Gespräch in der Münsterkirche Einbeck

Klimaresiliente Landwirtschaft im Fokus: Friederike Bock, Leiterin der Abteilung Liegenschaften der Klosterkammer (re.) sprach mit Henrike Bauermeister-Mund, Leiterin der KWS-Landwirtschaftsbetriebe, und Julius von Gadenstedt, Klostergutspächter aus Wöltingerode. Foto: Angela Kröger

Zu den von der Klosterkammer verwalteten Liegenschaften gehören insgesamt 18 Klostergüter, von denen eines selbst bewirtschaftet wird und die weiteren verpachtet sind. Dementsprechend ist Landwirtschaft ein wichtiges Thema: Friederike Bock, Leiterin der Abteilung Liegenschaften, moderierte ein Gespräch zur klimaresilienten Landwirtschaft, mit Henrike Bauermeister-Mund, Leiterin der KWS-Landwirtschaftsbetriebe, und Julius von Gadenstedt, Klostergutspächter in Wöltingerode. Die KWS als einer der größten Saatguthersteller weltweit – und Pächter von zwei Klostergütern – nutzt moderne Verfahren für die Pflanzenzüchtung. „Wir alle nutzen Biotechnologie, sind uns dessen nur oft nicht bewusst“, betonte Henrike Bauermeister-Mund. Agrarwissenschaftler Julius von Gadenstedt erläuterte seine Grundsätze bei der biologischen Bewirtschaftung der Flächen in Wöltingerode, wo er beispielsweise Brauereiweizen für die dort ansässige Brennerei produziert. 

Großes Interesse an Führungen    

Ab 15.30 Uhr startete der öffentliche Teil des Klosterkammertages mit einem Zusammenkommen und Austausch bei Suppe, Kaffee und Kuchen im Festzelt auf der Wiese der Münsterkirche. Unter der Orgelempore gab es Informationsstände zu den Arbeitsbereichen der Klosterkammer, den Klöstern und Stiften zu entdecken. Auf der Wiese stand das Waldmobil der Klosterforsten mit Informationen rund um die Forstwirtschaft auf rund 26.600 Hektar in elf niedersächsischen Revieren sowie dem thüringischen Stiftsforstbetrieb in Ilfeld bereit.  

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Abteilung Bau- und Kunstpflege boten Kirchen- und Baustellenführungen an. Darin ging es um kunstgeschichtliche Hintergründe, die denkmalgerechte Instandsetzung der Südfassade, die Baustelle am Nordturm sowie um Temperierung und Lüftung in Kirchen. Auf dem Programm standen auch Führungen rund um die Orgel sowie durch die Altstadt von Einbeck. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher nahmen an den Führungen teil. Trotz zwischenzeitlicher Schauer war das Interesse am Erklimmen des Baugerüstes zur Baustellenführung am Nordturm groß – dort bot sich für alle schwindelfreien Gäste eine besondere Perspektive auf die Kirche und die Stadt. 

Menschen schauen sich eine Baustelle am Nordturm der Münsterkirche Einbeck an.

Bauleiter Mathias Riethmüller (li.), Klosterkammer Hannover, erläutert die Baumaßnahmen am Nordturm der Münsterkirche bei einer Führung in luftiger Höhe. Foto: Lina Hatscher

Für Informationen zu Fördermöglichkeiten der Klosterkammer boten Mitarbeitende der Förderabteilung in einer Sprechstunde von 16 bis 17 Uhr am Stand der Abteilung Förderungen an. Das Theater der Nacht in Northeim hat Unterstützung der Klosterkammer für unterschiedliche Projekte zu kultureller Bildung für Kinder und Jugendliche erhalten – ein Einhorn und sein Hüter waren als Walk-Act beim Klosterkammertag zu Gast. 

Ein Mensch als Einhorn verkleidet steht an einem Tisch mit Gästen des Klosterkammertages.

Das Theater der Nacht als ein Förderprojekt der Klosterkammer war mit einem Walk-Act auf dem Festgelände unterwegs. Foto: Lina Hatscher

Kammerdirektor Dr. Matthias Nagel hielt im nahegelegenen Gemeindesaal der ev.-luth. Kirchengemeinde einen Vortrag zum Thema: „Erbbaurecht als Baustein im bezahlbaren Wohnungsbau“. 

Zum Abschluss des Klosterkammertages gestalteten Pastor Daniel Konnerth von der ev.-luth. Kirchengemeinde Einbeck und Dechant Andreas Pape aus dem Dekanat Nörten-Osterode im Bistum Hildesheim, eine Schlussandacht. Die musikalische Begleitung planten Kantorin Ulrike Hastedt aus Einbeck und Kantor Henrik Stark aus Northeim. 

Die Klosterkammer hatte bereits 2024 zum Tag des offenen Denkmals in die Münsterkirche in Einbeck eingeladen. Dabei lag der Fokus auf der damals laufenden Instandsetzung der Kirchensüdfassade. Der Klosterkammertag wird unregelmäßig in unterschiedlichen Liegenschaften veranstaltet. Zuletzt hatte er 2021 in der Hildesheimer Basilika St. Godehard stattgefunden. (lah)