15.01.2012

Orgelgala im Dom zu Bardowick

Auf der Orgelempore (v.l.): Peter Elflein, der Organist der Ev.-luth. Kirchengemeinde St. Peter und Paul Bardowick; Landeskirchenmusikdirektor i. R. Prof. Harald Vogel, der Orgelsachverständige der Klosterkammer Hannover.
Foto: Hans-Jürgen Wege/Lüneburg 

Gut 1300 Gäste sind am Sonntag, dem 15. Januar 2012, zur Einweihung der neuen dreimanualigen Orgel in den Dom zu Bardowick gekommen. Bereits am Festgottesdienst um 10 Uhr und dem nachfolgenden Empfang nahmen rund 580 Gäste teil, unter ihnen Vertreter aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Kultur und Kirche sowie zahlreiche Kirchenmusiker. Ebenso großes Interesse fanden auch die ausführliche Orgelvorführung am frühen Nachmittag und das abschließende Orgelkonzert um 17 Uhr.

Die von der Alexander Schuke Potsdam-Orgelbau GmbH in den Jahren 2010 und 2011 unter Verwendung des wertvollen Orgelgehäuses aus dem 19. Jahrhundert errichtete Orgel gehört mit ihren 45 Registern zu den derzeit größten Orgelneubauten in Niedersachsen. Die Klosterkammer Hannover ist mit 595.000 Euro einschließlich der Restaurierung des Orgelprospekts und der begleitenden Baumaßnahmen an dem Neubau beteiligt. 135.000 Euro brachte die Ev.-luth. Kirchengemeinde St. Peter und Paul Bardowick mit Hilfe zahlreicher Spenden auf.

In seinem Grußwort wies der Präsident der Klosterkammer, Hans-Christian Biallas, darauf hin, dass die Klosterkammer ihre hohen Leistungsverpflichtungen gegenüber der Kirchengemeinde St. Peter und Paul mit Hilfe ihrer in Bardowick anfallenden Pachterträge aus Landwirtschafts- und Erbbaurechtsflächen erfüllt. Unabhängig von dem Orgelneubau habe die Klosterkammer in den vergangenen neun Jahren Leistungen für die Kirchengemeinde in Höhe von mehr als 100.000 Euro pro Jahr erbracht.

In der Festpredigt ging Dieter Rathing, Landessuperintendent im Sprengel Lüneburg, auf die große Bedeutung der Orgelmusik ein. Der Klang der Orgel gebe den menschlichen Erfahrungen eine Stimme. Die Orgel schenke denen, die ihr lauschen, Empfindungen von Harmonie, schenke Augenblicke, in denen der Mensch ganz bei sich und zugleich ganz weit weg von sich sein könne.

Die Bardowicker Schuke-Orgel ist der vierte große Orgelneubau im Verwaltungsbereich der Klosterkammer innerhalb von 53 Monaten. Er war erforderlich geworden, weil die 1867 von Philipp Furtwängler aus Elze gebaute Domorgel nach mehreren klanglich entstellenden und technisch fehlerhaften Sanierungen nicht mehr funktionstüchtig war. Dadurch war die Kirchengemeinde gezwungen, auf ein elektronisches Provisorium auszuweichen, was der besonderen gottesdienstlichen, kirchenmusikalischen, geschichtlichen und architektonischen Bedeutung des Domes nicht entsprach.

Infoflyer zur Orgeleinweihung (PDF | 2,5 MB)

Gestalteten Festgottesdienst und Empfang (v.l.): Hans-Christian Biallas, Präsident der Klosterkammer Hannover; Detlev Saffran, Vorsitzender des Kirchenvorstands der Ev.-luth. Kirchengemeinde St. Peter und Paul Bardowick; Dieter Rathing, Landessuperintendent im Ev.-luth. Sprengel Lüneburg; Derik Mennrich, Pastor der Ev.-luth. Kirchengemeinde St. Peter und Paul Bardowick.
Foto: Hans-Jürgen Wege/Lüneburg

Mittagsimbiss im Dom zwischen Festgottesdienst, Empfang und musikalischem Nachmittagsprogramm.
Foto: Hans-Jürgen Wege/Lüneburg