29.07.2020

Umweltminister zu Besuch im Kloster Mariensee

Olaf Lies informierte sich über BUND-Projekt Streuobstwiesen

Äbtissin Bärbel Görcke, Niedersächsischer Umweltminister Olaf Lies, BUND-Landesgeschäftsführerin Susanne Gerstner und BUND-Landesvorstandsvorsitzender Heiner Baumgarten (von links). Foto: Kristina Weidelhofer

„Schatztruhe Obstgärten“, so hieß das Projekt zum Schutz historischer Obstgärten in Niedersachsen. In den vergangenen Jahren hatte es sich der BUND Niedersachsen gemeinsam mit dem Niedersächsischen Heimatbund und dem Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege zur Aufgabe gemacht, die Streuobstwiesen in denkmalgeschützten Gärten und Klostergärten aufzuwerten und naturschutzfreundlicher zu gestalten und Lebensraum für mehr als 5.000 Tier- und Pflanzenarten zu erhalten.

Innerhalb seiner Sommerreise zum „Niedersächsischen Weg“ informierte sich Umweltminister Olaf Lies über Projekte, die Naturschutz gemeinsam mit weiteren Partnern angehen oder bereits umgesetzt haben, denn beim „Niedersächsischen Weg“ setzen sich nun nach monatelangen Verhandlungen Partnerinnen und Partner aus Politik, Landwirtschaft und Naturschutz für Natur-, Insekten- und Artenschutz ein. Das Rettungspaket sieht vor, Streuobstwiesen und artenreiches Grünland in Niedersachsen unter Schutz zu stellen. „Wir haben mit dem ,Niedersächsischen Weg‘ eine Allianz zwischen Politik, Naturschutz und Landwirtschaft geschmiedet. Die notwendigen Schritte und Maßnahmen werden gemeinsam diskutiert, verbindlich festgelegt und dann als Gesetze verabschiedet“, erklärte Olaf Lies.

BUND-Vorstandsvorsitzender Heiner Baumgarten befürwortet dieses Vorhaben und ergänzte: „Seit mehr als zehn Jahren setzt sich der BUND für den Streuobstwiesenschutz in Niedersachsen ein. Neben der Pflanzung und Pflege von Streuobstwiesen erreichen wir durch den Erhalt der alten regionalen Obstsorten auch eine Sicherung unserer genetischen Vielfalt. Außerdem engagieren wir uns in der Vernetzung und Weiterbildung von Aktiven. Es ist auch ein Erfolg unserer langjährigen Arbeit, dass diese wertvollen Biotope nun auch gesetzlichen Schutz erfahren sollen.“

Während der Laufzeit des Projektes „Schatztruhe Obstgärten“ standen sechs denkmalgeschützte Gärten und Klostergärten von Kloster Mariensee, Kloster Wülfinghausen und Stift Fischbeck aus dem Verwaltungsbereich der Klosterkammer Hannover, sowie dem Kloster Amelungsborn, Breidings Garten und dem Landschaftspark Villa Klee im Mittelpunkt der Arbeit. Dabei ging es sowohl um den Erhalt und die Wiederaufwertung der Gärten als auch um eine Sensibilisierung der Öffentlichkeit für diese besonderen Kulturlandschaften. Bärbel Görcke, Äbtissin des Klosters Mariensee, zeigte sich dankbar für die Zusammenarbeit: „Unser Kloster lebt seit seiner Gründung vor 800 Jahren von der Unterstützung der Menschen. So können wir wach bleiben für die Zeichen der Zeit. Es ist uns eine große Freude, dass wir das im Rahmen des Projekts wieder erfahren konnten und viele Menschen für unsere Gärten als Orte des verantwortungsvollen Umgangs mit der Schöpfung begeistern.“

Gefördert wurde das Projekt von der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung und der Klosterkammer Hannover.