16.10.2026
Ausstellung „Mittendrin: Mittelalter“ im Museum August Kestner eröffnet
Klosterkammer hat Erforschung von Kunstgegenständen mit 35.000 Euro gefördert
Kuratorin Dr. Mirjam Brandt gibt eine Einführung zum Pressetermin zur Eröffnung der Mittelalter-Ausstellung. Foto: Museum August Kestner, Mirjam Abramowski
Seit dem 8. Oktober 2026 sind im Museum August Kestner niedersächsische Schätze zu bestaunen: Teils 900 Jahre alte Relikte mittelalterlicher Handwerkskunst haben einen Platz im Herzen des Museums erhalten.
Möglich wurde diese Ausstellung aufgrund eines Forschungsprojektes zur Neubearbeitung der Mittelaltersammlung des Museums. Im Fokus stehen Kunstgegenstände aus Gold, Bronze und Emaille. Dabei wird beispielsweise der berühmte „Fischbecker Kopf“ wieder ausgestellt. Die Skulptur aus dem 12. Jahrhundert stammt aus dem Stift Fischbeck, einem der fünfzehn heute noch belebten evangelischen Frauenklöster und Damenstifte in Niedersachsen, welche die Klosterkammer betreut und unterstützt. Hinzu gesellen sich Objekte aus ganz Niedersachsen. Sie kommen aus verschiedenen Kirchen und Sammlungen – darunter die der Welfen. Viele davon fallen in die Zuständigkeit der Klosterkammer Hannover.
Der berühmte „Fischbecker Kopf“ wird wieder ausgestellt. Foto: Museum August Kestner
Gäste des Museums können aktiv werden: Die Mitmach-Station vermittelt verschiedene Techniken der Metallverarbeitung. Kinder und Erwachsene erhalten durch Bilder und Geräusche Eindrücke von Arbeiten in einer Goldschmiedewerkstatt und gestalten Anhänger aus Goldfolie.
Die Präsentation ist Teil eines dreijährigen Forschungsprojektes unter der Leitung der Kunsthistorikerin Dr. Mirjam Brandt. Ziel ist, die umfangreiche Mittelaltersammlung des Museum August Kestner neu aufzuarbeiten. Bisher unbekannte Schätze der Sammlung sollen sichtbar werden, darunter Textilien, Elfenbein- und Holzschnitzereien. Die Objekte sind umfassend neu erforscht worden. Die Klosterkammer Hannover hat das Forschungsprojekt mit 35.000 Euro unterstützt.
Dr. Thela Wernstedt, Präsidentin der Klosterkammer, sagte: „Frauenklöster und Stifte haben Bedeutsames zur Entwicklung Niedersachsens beigetragen, beispielsweise im Schulwesen oder im Gartenbau. Heute trägt die Klosterkammer Hannover Verantwortung für die Bewahrung des kulturellen Erbes der Klöster und Stifte. Beiträge zu deren Erforschung unterstützen wir daher gern.“ Gefördert wird das Projekt außerdem von der Ernst von Siemens Kunststiftung und der VGH Stiftung. (lah)
Weitere Informationen zum Museum August Kestner sind hier im Internet zu finden.